Klare KI-Entscheidungen auf solider Basis treffen

KI stellt 2026 Unternehmen und Fachkräfte gleichermaßen vor strategische, rechtliche und organisatorische Herausforderungen. Im Interview spricht Nathalie Alon, Legal Compliance Director, Business Ethics bei Novo Nordisk und Trainerin des KI-Manager Kurses darüber, wie sich Anforderungen aus EU AI Act und Co praxisnah umsetzen lassen und wie man risikobasierte Entscheidungen heute trifft. CIS Certification GmbH bietet mit der KI-Manager Ausbildung auf Basis der ISO/IEC 42001 Know-how, das Recht, Ethik und Umsetzungsstärke vereint.

Viele Unternehmen setzen KI bereits ein – jedoch oftmals ohne ausreichend Wissen zu Risiko und Ethik. Was können wir von Skandinavien lernen?

Skandinavische Länder zeigen, dass verantwortungsvolle KI mit Vertrauen, Transparenz und früher Einbindung beginnt. Dort wird KI meist pragmatisch gedacht: mit klaren Use Cases, guter Governance und einem bewussten Blick auf Grenzen und Auswirkungen.

Was bedeutet „Human Oversight“ konkret in der Praxis?

Human Oversight heißt, dass Menschen KI-Ergebnisse nicht nur abnicken, sondern tatsächlich verstehen, prüfen und bei Bedarf eingreifen können. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, Schulung und die Möglichkeit, Entscheidungen zu stoppen oder zu korrigieren.

Worauf sollten Organisationen bei der Auswahl von KI-Tools besonders achten?

Wichtig ist nicht nur die technische Leistung, sondern auch der Kontext: Zweck, Datenverarbeitung, Risiko, Transparenz und Kontrollierbarkeit. Ein Tool sollte fachlich sinnvoll, rechtlich vertretbar und organisatorisch beherrschbar sein.

Wie gelingt es, ethische Prinzipien sowie Anforderungen aus EU AI Act und DSGVO so umzusetzen, dass sie praktikabel bleiben und Innovation nicht bremsen?

Am besten mit einem risikobasierten Ansatz: nicht alles gleich streng, aber alles bewusst gesteuert. Wenn Anforderungen früh in Prozesse, Rollen und Entscheidungen eingebaut werden, wird Regulierung zur Grundlage für verantwortungsvolle Innovation.

Was nehmen Teilnehmende aus diesem Modul mit, das sie unmittelbar im Unternehmen anwenden können?

Aus einem solchen Modul nehmen Teilnehmende vor allem ein belastbares Entscheidungsgerüst mit: Wie bewerte ich einen Use-Case, welche Risiken sind relevant, und welche Maßnahmen sind wirklich erforderlich? Das ist direkt im Unternehmen anwendbar, etwa für Tool-Freigaben, interne Richtlinien oder die Einführung neuer KI-Anwendungen.

Der praktische Mehrwert liegt darin, dass Recht, Ethik und Umsetzung zusammenkommen. Teilnehmende lernen also nicht nur, was der AI Act verlangt, sondern auch, wie man daraus tragfähige Governance im Alltag macht.

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