Laut Digital Skills Barometer 2025 überschätzen Österreicher*innen ihre eigene KI-Kompetenz und schneiden beim tatsächlich geprüftes KI-Wissen deutlich schlechter ab. Entspricht das Ergebnis Ihrer eigenen Erfahrung?
Lukas Görög: Absolut – das deckt sich 1:1 mit dem, was ich in über 400 Workshops erlebt habe. Ich nenne es das „ChatGPT-Paradoxon“: Viele glauben, , sie seien KI-kompetent, weil sie einmal eine E-Mail mit KI umformuliert haben. Das ist so, als würde man sagen, man kann Autofahren, weil man einmal am Beifahrersitz gesessen ist. Die Realität ist: Die meisten nutzen vielleicht 5% dessen, was KI heute kann. Sie prompten wie Suchmaschinen-Abfragen, verstehen nicht, warum Ergebnisse variieren, und haben keine Vorstellung davon, wie man KI strategisch in Arbeitsprozesse integriert. Die echte Kompetenz beginnt erst dort, wo das oberflächliche Ausprobieren aufhört.
Welche typischen Fehler beobachten Sie aktuell beim Umgang mit KI bei Führungskräften sowie Mitarbeitenden?
Lukas Görög: Bei Führungskräften sehe ich drei klassische Fehler: Erstens die „Vogel-Strauß-Taktik“ – den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass KI wieder verschwindet. Das wird sie nicht. Zweitens ist edas gegenteilige Extrem zu beobachten: Blindes Vertrauen in Hochglanz-Demos von Softwareanbietern, ohne zu verstehen, was davon für das eigene Unternehmen tatsächlich relevant ist. Ich habe Geschäftsführer erlebt, die sechs KI-Tools gekauft haben, von denen nach drei Monaten keines mehr genutzt wurde. Drittens,und das ist der häufigste Fehler – KI als reines IT-Thema zu behandeln. KI ist eine Kulturfrage, keine Technologiefrage. Bei Mitarbeitenden beobachte ich vor allem die Angst, Fehler zu machen, und deshalb gar nicht erst zu experimentieren. Oder sie nutzen KI heimlich, weil sie glauben, dessen Einsatz sei verboten oder peinlich. Das führt zu einem Wildwuchs ohne Qualitätskontrolle. Das ist genau das Gegenteil von dem, was Unternehmen brauchen.
Welche Kompetenzen abgesehen von technischem Know-how braucht es, um effektiv mit KI arbeiten zu können?
Lukas Görög: Technisches Know-how ist ehrlich gesagt nur ein kleiner Teil. Die entscheidenden Kompetenzen sind andere, z.B. kritisches Denken: KI liefert nicht automatisch richtige Antworten. Wer das nicht hinterfragt, wird zum Opfer von Halluzinationen und Fehlinformationen. Außerdem zählt Kommunikationsfähigkeit: Gutes Prompting ist im Kern gute Kommunikation. Wer nicht klar formulieren kann, was sie oder er will, wird auch von KI keine brauchbaren Ergebnisse bekommen. Der nächste Aspekt ist Anpassungsfähigkeit – was heute funktioniert, kann morgen überholt sein. Wer sich an ein Tool klammert, statt Prinzipien zu verstehen, verliert. Und ganz wichtig: Ethisches Bewusstsein. Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch gemacht werden. Wer KI ohne moralischen Kompass einsetzt, schadet langfristig sich selbst und anderen. Am Ende geht es darum, KI als Werkzeug zu begreifen – und wie bei jedem Werkzeug bestimmt die*der Handwerker*in, nicht das Werkzeug, die Qualität des Ergebnisses.
Warum profitieren Teilnehmende besonders von der KI-Ausbildung der CIS Certification GmbH?
Lukas Görög: Weil sie das Gesamtpaket bietet, das am Markt sonst fehlt. Viele KI-Kurse sind entweder reine Tool-Schulungen a la „so klicken Sie sich durch ChatGPT“ oder theoretische Abhandlungen, die in der Praxis nicht ankommen. Die CIS-Ausbildung verbindet beides und setzt noch die ISO 42001 als Rahmenwerk obendrauf. Das bedeutet: Teilnehmende lernen nicht nur, wie KI funktioniert, sondern wie man sie rechtskonform, ethisch vertretbar und strategisch sinnvoll im Unternehmen einführt. Mit dem EU AI Act ist das kein Nice-to-have mehr, sondern eine Notwendigkeit. Was unseren Kurs besonders wertvoll macht, ist die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendung. Die Teilnehmenden verlassen den Kurs mit konkreten Use-Cases und einer KI-Roadmap, die sie direkt in ihrem Unternehmen implementieren können.
Was raten Sie Fachkräften im IT-Bereich, um ihre Karriere langfristig „KI-fit“ zu machen?
Lukas Görög: Drei Dinge: Erstens – Hören Sie auf, zu warten. Jede Woche, die Sie nicht aktiv mit KI experimentieren, ist eine verlorene Woche. Das bedeutet nicht, sofort Expert*in werden zu müssen – aber es ist wichtig, anzufangen. Zweitens – Schauen Sie über den Tellerrand. Die spannendsten Entwicklungen passieren an den Schnittstellen. Ein IT-Fachmann, der versteht, wie Marketing, Vertrieb oder Produktion funktionieren, wird wertvoller sein als einer, der nur Code schreibtDrittens – Investieren Sie in systematische Weiterbildung. YouTube-Tutorials reichen nicht: Sie brauchen strukturiertes Wissen, Austausch mit Expert*innen und vor allem: praktische Übungen inklusive Feedback. Mein ehrlicher Rat: Wer glaubt, seine heutigen Skills reichen für die nächsten zehn Jahre, wird eine unangenehme Überraschung erleben. KI wird den Menschen nicht ersetzen – aber Menschen, die KI nutzen, werden die ersetzen, die es nicht tun
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