KI-Agenten als Bedrohungsmultiplikatoren

Warum CISOs jetzt umdenken sollten

Basierend auf Erkenntnissen aus dem Rubrik-Zero-Labs-Report „Identity Crisis: Understanding & Building Resilience Against Identity-Driven Threats“.

KI-Agenten sind derzeit in aller Munde: Ihre schnelle Integration in Geschäftsprozesse verändert die Bedrohungslage grundlegend. Mit jedem neuen KI-basierten Workflow entstehen zusätzliche nicht-menschliche Identitäten (NHIs) und agentenbasierte Zugriffspunkte – eine Entwicklung, die die Angriffsfläche vieler Unternehmen dramatisch erweitert. Der aktuelle Rubrik-Zero-Labs-Report zeigt: Identity Security wird zu einem strategischen Risiko für die Unternehmensführung.

KI-Agenten erhöhen die Angriffsfläche – und senken die Wiederherstellungsfähigkeit

Laut des Rubrik-Zero-Labs-Report haben 89 % der Unternehmen KI-Agenten bereits in ihre Identitätsinfrastrukturen integriert, und NHIs wachsen inzwischen über 80-mal schneller als menschliche Konten. Gleichzeitig erwarten 58 % der CISOs, dass in den nächsten zwölf Monaten mindestens die Hälfte aller Angriffe KI-Agenten nutzt.

Diese Dynamik trifft auf eine sinkende Fähigkeit zur schnellen Recovery: Nur noch 28 % der Unternehmen glauben, sich innerhalb von 12 Stunden von einem Sicherheitsvorfall erholen zu können (Vorjahr: 43 %). Bei Ransomware-Angriffen zahlten 89 % Lösegeld, um überhaupt wieder arbeitsfähig zu werden.

Der Report bringt es auf den Punkt: Angreifer brechen nicht mehr ein, sie melden sich einfach mit gestohlenen Zugangsdaten an. Durch kompromittierte Agentenidentitäten entsteht eine übersehene Achillesferse, die bisherige IAM-Modelle nicht abdecken.

 

KI-Agenten als Governance-Lücke: Neue Aufgaben für CISOs

Die explosionsartige Zunahme von NHIs führt zu schwer kontrollierbaren Identitätsflüssen, dynamischen Berechtigungen und einer kaum überschaubaren Anzahl autonom agierender Zugriffsinstanzen.

Die Konsequenz: Klassisches Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) reicht nicht mehr aus.
Dies spiegelt sich auch in der Marktbewegung wider:

  • 87 % der Unternehmen wechseln ihren IAM-Anbieter oder planen es.
  • 58 % nennen Sicherheitsbedenken als Hauptgrund.

Für CISOs entsteht damit ein neues Aufgabenfeld: die Einführung Governance-basierter Kontrollmechanismen speziell für KI-Agenten – inklusive transparenter Berechtigungsmodelle, Telemetrie und Identity Resilience.

 

Was CISOs und Informationssicherheitsmanager jetzt tun sollten

  1. Vollständige Inventarisierung und Klassifizierung aller NHIs & KI-Agenten
    Transparenz über Agentenidentitäten, Credential-Verwendung und Berechtigungen ist Grundvoraussetzung für jede Schutzmaßnahme.
  2. Strikte Rightsizing-Modelle und Zero-Trust-Kontrollen für Agenten
    KI-Agenten dürfen nur minimal notwendige Berechtigungen erhalten; automatisierte Secrets-Rotation und Logging müssen verpflichtend sein.
  3. Identity Resilience als Kern des Incident Response etablieren

    Recovery-Prozesse für kompromittierte Identitäten – menschlich oder KI-basiert – müssen getestet, zeitoptimiert und in die Cyber-Resilience-Strategie integriert werden.

 

Fazit

KI-Agenten stellen Sicherheitsverantwortliche vor neue identitätsbasierte Risiken. Die Studie von Rubrik Zero Labs zeigt klar: Unternehmen geraten zunehmend dort unter Druck, wo sie am verwundbarsten sind; nämlich bei Identitäten, die nicht sichtbar genug, zu weitreichend berechtigt oder technisch kaum kontrollierbar sind.

Für CISOs bedeutet das: Identity Security muss im Zeitalter der KI-Agenten grundlegend neu gedacht werden – präventiv, operational und resilient.

Der ISO 42001 als erster weltweiter Standard für KI-Managementsysteme bietet wertvolle Leitlinien für die verantwortungsvolle Entwicklung und Nutzung von KI-Systemen. CIS Certification bietet sowohl ein Training als auch eine Zertifizierung nach der Norm für KI an. Unser Team freut sich über Ihre Anfrage!

 

Referenz:

Rubrik Zero Labs, Identity Crisis: Understanding & Building Resilience Against Identity-Driven Threats, 2024/2025.
Vollständiger Bericht: https://zerolabs.rubrik.com/reports/the-identity-crisis