Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen und die zunehmende regulatorische Verschärfung durch NIS-2, DORA und Co. rücken Informationssicherheit stärker in den Fokus von Unternehmen und Behörden. Wer sensible Daten verarbeitet oder gar ein eigenes Rechenzentrum betreibt, muss nicht nur ein glaubwürdiges und belastbares Sicherheitsniveau erreichen, sondern dieses auch nachweisbar dokumentieren: Zertifizierungen nach ISO 27001 und EN 50600 unterstützten dabei.
Informationssicherheit zu gewährleisten, ist heute ein komplexer Prozess, der mehrere Maßnahmen erfordert. Für Organisationen, die ihr Informations-Sicherheits-Management-System (ISMS) nach einem international anerkannten Standard zertifizieren lassen wollen, ist die ISO 27001 die erste Wahl. Betreibt die Organisation zusätzlich selbst ein Rechenzentrum, für das ebenfalls eine anerkannte Zertifizierung angestrebt wird, führt in Europa kein Weg an der EN 50600 vorbei.
Zwei Normen, ein Ziel
Liegt der Rechenzentrum-Standort auch im Geltungsbereich des ISMS, entfaltet eine kombinierte Zertifizierung nach ISO 27001 und EN 50600 echte Synergien. Beide Normen decken unterschiedliche, aber komplementäre Ebenen der Sicherheit ab:
- EN 50600 liefert für den Rechenzentrumsbereich die tiefen technischen und infrastrukturellen Controls; von der Stromversorgung über Klimatisierung bis hin zu baulichen und sicherheitstechnischen Anforderungen der RZ-Basisinfrastruktur.
- ISO 27001 liefert die übergreifenden Management-, Governance- und Risikoprozesse für den gesamten Geltungsbereich, einschließlich des RZ-Standorts. Zwar enthält auch sie technische und infrastrukturelle Controls, insbesondere in Anhang A.7, diese gehen für den Rechenzentrumsbereich jedoch bei Weitem nicht so in die Tiefe wie die spezifischen Anforderungen der EN 50600.
Gemeinsam entsteht so ein nachgewiesenes Sicherheitsniveau, das mit nur einer der beiden Normen kaum erreichbar wäre – gerade in einer Zeit, in der Angreifer sowohl organisatorische Schwachstellen als auch physische und infrastrukturelle Lücken gezielt ausnutzen.
Effizienzgewinn im Audit
Ein weiterer, praktischer Vorteil einer kombinierten Zertifizierung ist die Verringerung des Auditaufwands im Bereich der ISO 27001. Da die Prüftiefe bestimmter Controls im Rechenzentrum-Bereich durch die EN 50600-Anforderungen bereits deutlich weiter geht, ist eine redundante Prüfung dieser Controls im Rahmen der ISO 27001 nicht erforderlich; vorausgesetzt, die Zertifizierung erfolgt durch dieselbe Zertifizierungsstelle und der eingesetzte Auditor verfügt über eine Berufung für beide Normen. Das spart Zeit, Ressourcen und Kosten, ohne bei der Prüftiefe Abstriche zu machen.
Fazit
In einem Umfeld wachsender Bedrohungslagen und steigender regulatorischer Anforderungen bietet die Kombination aus ISO 27001 und EN 50600 Organisationen mit eigenem Rechenzentrum einen doppelten Mehrwert: Ein tiefergehendes, ganzheitliches Sicherheitsniveau und gleichzeitig einen effizienteren Zertifizierungsprozess.
Die CIS verfügt über die erforderliche Akkreditierung sowie über Auditorinnen und Auditoren für beide Normen ISO 27001 und EN 50600 und unterstützt Organisationen dabei, diese Synergien optimal zu nutzen. Das Team der CIS Certification freut sich auf Ihre Anfrage!
Die Rechenzentren-Norm verständlich gemacht
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